Ausrüstung: Berliner Feuerwehr erprobt neue Schutzkleidung - Dokumentation

     04.Februar 2010. Als erste deutsche Berufsfeuerwehr führt die Berliner Feuerwehr für ihre haupt- und freiwilligen Einsatzkräfte eine
     neue Schutzkleidung ein. Die Außenschicht des neuen Einsatzbekleidung besteht aus hitzebeständigen Polybenzimidazol-Fasern, die durch
     gitterförmig eingewebte, hochfeste Aramidfasern verstärkt werden. Das unter dem Produktnamen „PBI Matrix“ vertriebene Obermaterial soll
     die Feuerwehrleute der Hauptstadt künftig noch besser schützen. Zusätzlich besteht ein Schutz beim Umgang mit anderen Stoffen.

     Mit der Einführung der neuen Schutzkleidung, ändert sich auch das äußere Erscheinungsbild. Anstelle des traditionellen blauen Farbtons,
     werden die Einsatzkräfte künftig in sandfarbenen Schutzanzügen an der Einsatzstelle zu sehen sein. Der Grund: Die von Natur aus sandfarbene
     Polybenzimidazol-Faser lässt sich nicht in befriedigender Qualität blau färben.

     Das neue Schutzkleidungsmodell weist einen deutlich höheren Tragekomfort auf. Der neue Schnitt der Jacken und Hosen ist den typischen
     Bewegungen im Einsatz angepasst und ermöglicht mehr Bewegungsfreiheit. Knie- und Ellbogenpartien sind gepolstert und von außen mit
     aramidfaserverstärkten Pads versehen. Auch Rücken- und Schulterpartien sind gepolstert, um das Tragen von Atemschutzgeräten zu
     verbessern. Die neuen Einsatzjacken sind deutlich kürzer als die bisher verwendeten Schutzjacken. Der neue Schnitt führt zu einer
     Gewichtsreduzierung von rund 20 Prozent.

     Aufbau: Die neue Schutzkleidung besteht aus vier Schichten. Das Innenfutter zu 100 Prozent aus Meta-Aramid (Nomex), darauf folgt eine
     Wärmeisolierung und eine Nässesperre (Goretex Fireblocker). Die PBI-Matrix-Außenhaut besteht zu 37 Prozent aus Polybenzimidazol (PBI) und
     zu 63 Prozent aus Para-Aramid. Schutzkleidung aus PBI Matrix weist eine hohe mechanische Belastbarkeit und eine deutliche Verzögerung beim
     Wärmedurchschlag auf. Ebenso ist eine kurzzeitige Beflammung von ca. 1000 ° C möglich. Des Weiteren ist die PBI-Matrix-Schutzkleidung
     widerstandsfähig gegen Säuren, Laugen und organische Chemikalien. Außerdem schrumpft bzw. bricht PBI-Matrix-Gewebe nicht unter
     thermischer Belastung.

     Dreihundert Garnituren der neuen Schutzkleidung werden zunächst sechs Monate lang auf den Feuerwachen Mitte (1100), Neukölln (5100) und
     Prenzlauer Berg (1300) erprobt.