ILA  2006: Auf dem Flughafen Schönefeld - Einsatzstelle unter Kontrolle - Dokumentation


     Es ist das Aneinanderreihen spektakulärer Luftnummern. Die Luftakrobaten der Welt treffen sich alle zwei Jahre in Schönefeld.
     Und dann geht es dort eine Woche lang zur Sache, es gilt, dem Anderen die Show zu stehlen. Highlights der diesjährigen ILA waren zweifels-
     frei die drei Passagiermaschinen von Airbus. A318, A340 und der A380. Die Flughäfen dieser Welt haben hohe Sicherheitsstandards.
     Sie gelten im alltäglichen Verkehr. Aber was muss noch gemacht werden, um den nunmehr noch höheren Gefahren zu trotzen ?
     Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei und Organisatoren saßen bereits Wochen zuvor zusammen, um über ein genügendes Sicherheitskonzept
     zu diskutieren. Viele erfahrene Köpfe, die ihr Wissen vergangener Ausstellungen mit einbrachten, wussten um die Gefährdungen. So formte sich
     ein Konzept, dass auch diesmal erfolgreich war.

     Einer der Hauptverantwortlichen für ein funktionierendes Sicherheitskonzept ist der „Einsatzleiter Notfalldienste“. In diesem Jahr wurde diese
     sicherheitssensible und verantwortungsvolle Aufgabe dem hauptamtlichen Kreisbrandmeister Horst Starke (53) übertragen. Landkreis Dahme-
     Spreewald Ordnungsamts-Chefin Silvia Enders: „.. er hat die Ruhe, Erfahrung, Ausgeglichenheit, um dieser enormen Aufgabe zu meistern …“.
     Damit begab sich der seit dem 1. Juli 2005 in Amt und Würden stehende Kreisbrandmeister des Landkreises Dahme-Spreewald erstmals
     auf den irren Trip, für die umfangreiche Sicherung eines der größten und auch gefährlichsten Veranstaltungen im Flugbereich zu sorgen.

     „So etwas kann man nicht alleine schaffen …“ winkt Starke auf die Frage hin ab, wie er das nur schafft.
      Er zeigte auf die anwesenden Mitarbeiter in der Einsatzleitung und meinte, ohne sie hätte man das nie realisieren können.

      Es schwebt am zweiten öffentlichen Tag eine Anspannung über die Mitarbeiter der ILA-Leitstelle. Prognostiziert waren für das Wochenende
      über 230.000 Besucher, es wurden letztlich über 250.000. Über 600 Polizisten aus ganz Brandenburg halfen, diese neue Dimension an
      Verkehrsmenge überhaupt zu händeln, und zwar in perfekter Art. Der Verkehrsdienst des Landkreises Dahme-Spreewald setzte davon bis zu
      200 Kräfte zur Verkehrsregelung ein. Die Menschen strömten nicht nur aus der individuellen Anfahrt, eingesetzte Busse und Züge der Bahn
      waren total überfüllt.

      „Unsere ersten größeren Einsätze im Rettungsdienst mussten wir in Richtung ILA-Bahnhof fahren“, berichtet der Chef der ILA-Notfalldienste.
      Die Bahn hatte zu viele Fahrgäste in die Züge gelassen, da brachen einige offensichtlich zusammen. „Wir mussten mehrere Fahrgäste vom
      Bahnhof direkt ins ‚Medical-Center’ transportieren …“ erzählt er weiter.

      Insgesamt 38 Kräfte Brandenburgischer Berufsfeuerwehren erfüllten täglich ihren Dienst während der Ausstellung auf dem Flughafen.
      Dazu kommen Kräfte der Flughafen Feuerwehr und Feuerwehr der Bundeswehr. „Am Anfang ist es ja ganz spannend, das Getöse der
      Luftkämpfer zu beobachten, aber nach einiger Zeit fängt dieser ohrenbetäubende Krach dann doch an, zu nerven“, meint ein Wehrmann.

      Horst Starke ist in diesen Tagen ein gefragter Mann. Jede Kleinigkeit, die im Zusammenhang mit der ILA-Sicherheit steht, will er wissen.
      Der erfahrene Feuerwehrmann weiß, dass in der Vorbeugung die bessere Gefahrenbekämfpung steckt. Ihm zu Seite stand neben seinem
      extrem homogen wirkenden Team auch der Ehrenlandesbrandmeister Jürgen Helmdach. Starke besitzt nicht den falschen Stolz, alles alleine
      bewältigen zu wollen. Er weiß um die Nutzung von Synergien, Helmdach war viele Jahre zuvor einer der Hauptverantwortlichen für den
      Notfalldienst der ILA. „Ich profitiere von dem unendlichen Wissen dieses Kameraden, gerade auf einer solch schwierigen Veranstaltung.
      Wir haben keine Zeit und keine Gelegenheit, Details der Sicherheit neu zu erfassen. Da greife ich natürlich gerne auf Erfahrene zurück, die
      mir auch sehr geholfen haben …“ erklärt Starke mit einer spürbaren Beschämung das Mitwirken. Lobenswert ist es, den Mut zu besitzen,
      auf Erfahrungsschätze anderer zurück zu greifen und dies auch offen zu bekunden. Es stand im Fokus des verantwortlichen Kreisbrandmeisters,
      die Arbeit der Feuerwehr und Rettung optimal zu gestalten. „Ich will nicht der große Held sein, der hier alles regelt“ meint er dann auch leise.
      Ein Held ist er, denn er hat es verstanden, ein Team zu prägen, mit dem er diese grandiose Veranstaltung sicher durch die Tage führte.